Mit Pfarrer Sebastian in Indien

Indienreise - 2. bis 15. Feber 2014

Ein herzliches NANNI unserem Pfarrer Sebastian, der uns ein "buntes" Indien zeigte und lieben lehrte. Es war eine bis ins kleinste Detail mit großer Sorgfalt vorbereitete Reise mit vielen Überraschungen und bereichernden Begegnungen. Die folgenden Reiseberichte bieten die Möglichkeit in diese Vielfalt einzutauchen:

 Indienreise mit Pfarrer Sebastian –eine Reise voller Überraschungen

02.02.2014
Wir landeten in Delhi. Die Metropole Delhi schließt mit Neu Delhi die indische Hauptstadt ein. Sie ist mit 17 Millionen Einwohnern, Stadt und Umland, nach Mumbai die zweitgrößte Stadt Indiens und gehört weltweit zu den Megastädten. Wie in allen Städten Indiens besteht in Delhi ein großes Maß an sozialer Ungerechtigkeit. Ein großer Teil der Bevölkerung lebt unter prekären Bedingungen, die für Europäer fast unvorstellbar sind.

Schon auf der Fahrt zum Hotel waren wir, die Indien noch nicht besucht hatten, über die große Armut, die wir entlang der Straßen sahen, betroffen. Menschen versuchen Waren, die vor und in armseligen Hütten gelagert sind, zu verkaufen. Essen wird auf der Straße gekocht und zum Verkauf angeboten. Viele Obdachlose hausen in Zelten neben der Straße. Pfarrer Sebastian tröste uns damit, dass es in Indien auch ein normales Leben gibt, das wir Gott sei Dank ebenfalls erfahren durften. Es gibt kaum eine Müllentsorgung. Abfälle werden einfach weggeworfen und türmen sich neben den Straßen. Kühe stapften zwischen Plastikhaufen herum um nach Futter zu suchen. Das Bevölkerungswachstum verlagert sich auf das Umland, wo Hochhäuser und Geschäftsviertel aus dem Boden schießen. Ganz Indien ist eine Baustelle.

Auf der Bustour durch Delhi besuchten wir historische Stätten, wie den Qutab Minar (eine 73 m hohe Ziegelsteinsäule), den Palast Red Fort, den Triumphbogen und fuhren vorbei am Präsidentenpalast mit 36 Eingangstoren, dem Parlament und der Botschaftsstraße.

Der indische Reiseleiter, sein Begleiter und Sebastian waren immer um unsere Sicherheit bemüht. Der Busfahrer bewies sein Geschick, auf Straßen voranzukommen, wo sich unzählige Fußgänger, Autorikschas sogenannte Tuk Tuks, Lastwägen, Autos und Traktors fortbewegten.
Wir übernachteten in einem Radisson Blue Hotel in Delhi, wo wir bei den Büffets zwischen indischem oder internationalem Essen wählen konnten. Dabei machten wir mit der Schärfe der indischen Kost unsere erste Erfahrung.

03.02.2014
Am nächsten Tag ging es weiter südwestlich nach Jaipur, der Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan. Die Landschaft war von Rapsfeldern geprägt. Wir durften auf unserer Fahrt durch das Land einen typischen Bauernhof besuchen. Einige Haustiere, ein paar Kühe und Ziegen, einige kleine Gebäude ohne Fußboden und Möbel zeugten von der Armut der Menschen. Die Kinder freuten sich über unsere kleinen Geschenke. Im Bus starteten wir jeden Tag mit einem besonderen Morgengebet und dem Segen von Pfarrer Sebastian, wo er die Reisenden, unsere Begleiter, die Pfarre, unsere Lieben zuhause, die Menschen, denen wir begegneten, immer eingeschlossen hat.
Nach der Besichtigung von Fatehpur Sikri, der früheren Hauptstadt des Mogulreiches, erreichten wir am frühen Nachmittag Jaipur, die rosa Stadt. Mit kleinen Bussen fuhren wir zum Fort Amber, dem Königspalast der Kachwaha-Dynastie. Sein Inneres ist mit einer Vielzahl von kleinen Spiegeln dekoriert. Die Außenfassade des Palastes ist aus weißem Marmor und rotem Sandstein gestaltet. Immer wieder sahen wir, wie Kuhfladen gesammelt und zum Trocknen neben der Straße aufgelegt wurden. Sie dienen als Heizmaterial zum Kochen, weil es auf dem Land kaum Gasanschlüsse gibt. Im Norden sind die Kühe für die Hindus sehr heilig, solange sie Milch geben. Für alte, verlassene Kühe, die niemanden gehören, gibt es Kuhsammelstellen.

Die Stadt Jaipur beindruckte durch ihre besonderen Paläste, wie den Citypalast und den Palast der Winde. Wir sahen uns den Citypalast an, der durch einen ganzen Komplex von Gebäuden mit schönen Innenhöfen bestach. Die Fahrt mit Jeeps auf einer holprigen Straße zum Armeepalast, der auf einer Anhöhe liegt, war ein lustiges Erlebnis.

05.02.2014
Wir kamen in die Stadt Agra. Wir waren überwältigt von den vielen Menschen auf den Straßen, dem riesigen Verkehrsaufkommen, wo es fast kein Weiterkommen gab und dem geschäftigen Treiben der Händler. Die Armut stand auch hier im Vordergrund. Einen besonderen Höhepunkt unserer Reise bildete die Besichtigung des Taj Mahal (Kronenpalastes), eines der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Indiens. Er ist ein 58 m hohes und 56 m breites Mausoleum (Grabmoschee) in Agra, der auf einer 100x100 Meter großen Marmorplattform errichtet wurde. Der Großmogul Shah Jahan, ließ ihn zum Gedenken an seine im Jahr 1631 verstorbene große Liebe Mumtaz Mahal erbauen. Die 4 Minarette sind leicht geneigt, damit sie im Falle eines Erdbebens nicht auf das Gebäude fallen. In Richtung von Mekka steht eine Moschee. Sie wird als Gebetsstätte von muslimischen Bürgern genutzt. Vor dem Zentralgebäude liegt ein 18 ha großer Garten. Der Taj Mahal gilt als eines der schönsten und bedeutendsten Gebäude des Mogulstils. Er wurde in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.

Am 06.02. 2014 besichtigten wir das Fort Agra, das auch das Rote Fort genannt wird. Es ist eine Festungs- und Palastanlage aus der Epoche der Mogulkaiser. Ein Teil des Gebäudes wird heute militärisch genutzt.Anschließend verließen wir Agra, die Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh und fuhren entlang der neuen Autobahn, dem Yamuna Expressway, nach Delhi zurück. Die Autobahn war wenig frequentiert, sie dient vor allem dem Fernverkehr. Im Vorbeifahren sahen wir Noida, eine aufstrebende Industriestadt südöstlich vor Delhi. Noida ist bekannt vor allem als Computerzentrum, wo viele junge Menschen Arbeit finden. Zurück in Delhi stand der Besuch des Akshardham Tempels auf dem Programm. Er wurde vor kurzem ins Guinness Buch der Rekorde, als die weltweit größte hinduistische Tempelanlage, eingetragen. 234 reich verzierte Säulen, 9 Kuppeln, 20 Emporen und 20 000 Statuen aus Indiens großer Welt der Götter und Heiligen sind hier vorzufinden. Wir besichtigten noch den Lotustempel, das bislang jüngste, der weltweit sieben Häuser der Andacht, der Bahai Religion. Der Lotustempel steht Anhängern aller Religionen offen. Das moderne Gebäude besteht aus weißem Carrara Marmor. Damit fand unsere Besichtigungstour im Norden ihr Ende.

Am 07.02.2014 flogen wir via Chennai nach Madurai im Bundesstaat Tamil Nadu im Süden Indiens.


Kerala – Namaste

Ich danke, dass ich bei dieser unglaublich faszinierenden Reise in die Heimat unseres Pfarrers Sebastian dabei sein durfte. Bis ins kleinste Detail geplant, mit unbeschreiblich nicht in Worte zu fassenden Eindrücken wurden wir immer wieder zum Staunen gebracht.

Die tiefe Religiosität und Gläubigkeit der Menschen konnten wir hautnah erleben. Diese Demut und Authentizität in den Gebeten und Klängen der Lieder sind für uns Europäer wahrhaftig ergreifend. Es war zu spüren, dass Kerala das Land mit dem größten Anteil  an Christen Indiens ist.  Die Jugendmesse mit dem anschließenden Patenkindtreffen war eines der Highlights. Die Dankbarkeit der Kinder war so greifbar nahe, das Staunen der Kinderaugen, die Fröhlichkeit, die Buntheit, der herzliche Empfang - unbeschreiblich.

Schon bei der Ankunft in Thekkady wurden wir nach indischem Ritual  von der vorgereisten Gruppe herzlich empfangen. Eine Elefantensafari sowie eine Ayurveda Massage rundeten den ersten Tag ab.

Der Höhepunkt des Sonntags war die Messe in Marykulam und das anschließende Treffen der Patenkinder. Mit großer Neugier und Staunen verfolgten wir die Messfeier.

Im Haus des Bruders von Sebastian wurden wir köstlich bewirtet. Keine Selbstverständlichkeit für uns, in diesem Land ist die Gastfreundschaft keine Floskel. Das Haus liegt umgeben von herrlich grüner Landschaft in den Bergen. Wir fühlten uns sehr wohl in dieser Familie und Danken nochmals für die großartige und reichliche Bewirtung.

Anschließend  konnten wir in "Christlichen Basisfamilien“ bei  Gebeten der Familien teilnehmen. Auch dort war so unendlich viel Liebe und Wärme zu spüren. Auffallend war, dass die Kinder sehr gut Englisch mit uns sprachen. Die Ausbildung der Jugend ist ein zentrales Anliegen in Indien. Nur mit einer guten Ausbildung kann man in diesem Land auch wirklich was erreichen. Man spürt es regelrecht, dass die Kinder das auch spüren.

Der Montag sollte ein ganz besonderer Tag werden. Schon am Morgen wurden wir informiert, dass wir am Nachmittag an einer Hochzeit eines guten „Freundes“ teilnehmen werden.  Die Reise ging über die typischen Teeplantagen.  Das sind  frische Hügeln voll mit Teefeldern. Immer wieder konnten wir Frauen bei ihrer harten Arbeit, dem Pflücken der frischen Triebe, sehen. Das erinnerte mich an Sklavenarbeit. Tatsächlich sind es Gastarbeiter,  welche  diese Arbeit verrichten. Der Besuch eines Gewürzgartens brachte uns einige Gewürze näher. Wie wächst eine Muskatnuss, Kardamon, Zitronen, Kokospalmen und anderes mehr?

Der Besuch im „WE CARE! Centre“, Nalla Samarayan Ashram  in Kanjirapally, dem Kernprojekt von Pfarrer Sebastian, war ein Teil des Vormittags. Ziel ist es, geistig behinderte Frauen zu unterstützen, sie zu begleiten und Herberge geben. Zurzeit leben an die 150 Personen in diesem Zentrum. Ich war von der Anlage dieses Hauses sehr überrascht, hatte ich mir doch so ein gepflegtes Heim nicht erwartet. Liebevoll angelegt, umgeben von vielen blühenden Pflanzen, Kautschuk- und Bananenbäumen, sowie Kokospalmen.
Nach einer köstlichen Verpflegung im Gästehaus wurde es ernst. Wir wurden in bunte Saris gewickelt. Unsere Männer erhielten weiße Hochzeitshemden. Die Freude war übergroß, gegenseitig bestaunten wir unsere Gewänder. Sie sahen prächtig aus und wir hatten eine riesige Freude mit unserem Aussehen.

Doch die Überraschung war unser Hochzeitspaar, Vera und Hans. Sie konnten ihre Pläne vor allen geheim halten. Sebastian strahlte mit der Sonne um die Wette.  Er hatte es geschafft uns alle sprachlos zu machen. Das Hochzeitspaar war märchenhaft ausgestattet. Die Messe nach indischem Ritual war unvergesslich schön. Auch wir werden noch lange an diese Trauung denken.

Ein tolles Erlebnis war die Bootsfahrt  auf einem Hausboot in den Backwaters. Wir konnten die Vielfalt dieser Landschaft  bestaunen. Reisfelder, reges Treiben an den Ufern der Kanäle begleiteten unsere Reise. Sogar ein Feuerwerk brachte uns ins Staunen.

In keinem anderen Land werden die Sinne auf unterschiedlichster Art so angesprochen wie in Indien. Wir waren auf einer Elefanten Farm, wir kamen an Tempelfesten vorbei. Tief gläubige Menschen trafen wir auf unseren Wegen. Das Land ist so vielfältig in seiner Kultur und sicher nicht mit unseren Werten zu vergleichen. Nur wer sich auf diese Kultur einlässt, kann die Schönheit in sich bewahren. Neid ist ein Fremdwort.

Zu unserem Programm zählte auch noch ein Besuch in einem Elefantenpark, der Besuch einer Synagoge sowie einer kleine Insel, wo wir verschiedene bäuerliche Tätigkeiten kennenlernten.  Wie holt man sich die Kokosnüsse vom Baum? Wir beobachteten Fischer, welche Krebse und Krabben vor unseren Augen aus dem Wasser fischten, Frauen, welche aus dem Kokosstroh Schnüre mit einer Art Spinnrad herstellten. Palmblätter werden in mühevoller Arbeit zu Besen verarbeitet. Wir konnten einen Töpfer bei der Herstellung von Tonwaren bestaunen.

In Kodugallor besuchten wir die St. Thomas Kirche. In dieser Kirche sind Reliquien des hl. Apostels Thomas aufbewahrt. Der hl. Thomas kam 52 n. Christus an diesem Ort an, daher gibt es die sogenannten Thomaschristen in Indien. Das ist auch der Grund weshalb es in dieser Region fast 40 % Christen gibt.

Zwei Nächte verbrachten wir in Cherai in einem Resort am Strand des Arabischen Ozeans. Unvergesslich war dort unser Tanz in den Fluten des warmen Wassers. Wir konnten nicht genug davon bekommen. Wir fühlten uns wie in einer großen Badewanne, auch wenn uns ab und zu das Wasser verschlang. Da wurden wir wieder richtig Kinder.

Am letzten Tag waren wir in einem großen Einkaufstempel. Zum Glück hatten wir jetzt auch noch Gelegenheit um unsere Einkaufslust zu befriedigen. Wunderschöne Stoffe, Tschuridas und Saris konnten noch erstanden werden. Das eine oder andere Präsent für unsere Lieben zu Hause wurde gekauft.

Die Reise war für mich persönlich ein unvergessliches Ereignis.  Der Zusammenhalt unserer Gruppe war großartig. Wir waren eine wunderbare Gemeinschaft die so richtig in sich verschmolz. Jeder nahm auf den anderen  Rücksicht, jeder konnte sich in der Gruppe aufgenommen fühlen. Ein großes Lob unserem Pfarrer Sebastian für die vielen Begegnungen die wir machen durften. Danke für die beste Organisation die ich je erlebte. Mit viel Liebe gemacht, das haben wir alle so empfunden.

Ich persönlich war zum 2. Mal in Indien. Ich hab dieses Land lieben gelernt. Ich werde ganz sicher wieder kommen und das sicher ganz bald.

Maria Martin

 Hochzeit im Himmel

Unser Entschluss zu heiraten bestand schon sehr lange, die Idee, es in Indien zu machen, entstand erst sehr kurzfristig. Nach Absprache mit unserem Pfarrer Sebastian lautete dann unser 1. Gebot: Stillschweigen! Wir wollten es nicht vor der Hochzeit publik machen und auch unsere Reisegruppe sollte überrascht werden.

Und ab diesem Zeitpunkt entpuppte sich unser Herr Pfarrer zu einem exzellenten Hochzeitsplaner. Mit unzähligen Freunden aus seiner Heimat wurde in kürzester Zeit Faszinierendes geleistet: Kleider, Kirche, Blumenschmuck, die Trauungsmesse, Musik, Fotografen, Agape und sogar das anschließende Fest wurden grandios vorbereitet.

Auch der Tag der Hochzeit war natürlich perfekt durchgeplant. „Wir sind bei einem guten Freund von mir zu einer  Hochzeit eingeladen “, so lud Pfarrer Sebastian die Reisegruppe zu diesem Fest ein. Wir beide hatten uns unter dem Vorwand, Hans müsse sich etwas ausruhen, zurückgezogen. Unsere Reisegruppe erwartete uns vor der Kirche, alle Frauen trugen Saris und auch die Männer waren passend dazu gekleidet. Als dann wir als Brautpaar aus dem Auto stiegen, war die Überraschung natürlich sehr groß und viele Freudentränen flossen. Dieser Moment wird für uns alle unvergesslich bleiben. Das Schönste war natürlich die Trauungsmesse, begleitet mit wunderschönem indischen Gesang und auch indische Bräuche wurden in die Messe eingebaut. Nach der Trauung wurden wir von einer Gruppe Mädchen aus dem Kinderheim mit einem wunderschönen Lied überrascht. Zu meiner Freude war auch mein Patenkind dabei.

Ein unvergesslicher Tag - Glücksgefühle, die man festhalten und niemals hergeben möchte. Sich in einem so entfernten, fremden Land so wohl zu fühlen, das konnten wir uns nicht vorstellen. Doch die Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Herzlichkeit dieser Menschen dort ließen uns dies bei jeder Begegnung spüren.

Pfarrer Sebastian bereitete uns eine „Hochzeit im Himmel“, wie es die indischen Zeitungen schrieben, denn Kerala nennt man „Gottes eigenes Land“ - und nirgends auf der Welt hätte es  schöner sein können.

Vielen Dank Sebastian, dass du uns dies alles ermöglicht hast!

Vera und Hans

Durch den Besuch diverser Tempel und Kirchen durften wir Einsicht gewinnen in die Vielfalt der Religionen in Indien. Zufällig erlebten wir auf der Fahrt durch Südindien auch ein hinduistisches Tempelfest, das geprägt war von geschmückten Elefanten, Musik und vielen Menschen.

Vor den diversen hinduistischen Tempeln gab es auch Opfergaben zu kaufen, wie Blütenbüschchen, Blumengirlanden, Obst und dgl.

Die Religionen verteilen sich wie folgt: 80,5 Prozent Hindus, 13,4 Prozent Moslems (hauptsächlich Sunniten), 2,3 Prozent Christen, 1,9 Prozent Sikhs, 0,8 Prozent Buddhisten, 0,4 Prozent Jainas und 0,6 Prozent andere (zum Beispiel Adivasi, Bahai, Parsen).

Ein prozentual großer Teil der Christen lebt in Kerala. Thomaschristen sind bezeichnend für die indischen christlichen Kirchen, die ihre Geschichte auf eine Erstmission durch den Apostel Thomas zurückführen.

Der Besuch der Wallfahrtskirche des Hl. Thomas in Kodungallur war sehr bewegend, mit der Möglichkeit zur Verehrung des Reliquienschreins.

Hildegard Schodits

Ich war vor zwei Jahren das erste Mal in Indien. Seit dieser Zeit hat sich einiges verändert. Es ist eine große Bautätigkeit zu sehen, viele neue Häuser und auch gut befestigte Straßen sind neu entstanden.

Was ich damals nicht sah, für mich sehr berührend, sind die Basisgemeinden in Kerala, wo mehrere Nachbarn zusammenkommen um zu beten. Kinder, Eltern, Großeltern etwa 30 Personen sind mit großer Begeisterung dabei. Eine Stunde wird gebetet und gesungen. Die Menschen strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus. Der Besuch der hl. Messe war auch etwas Besonderes. Viele, viele Kinder im Vergleich zu uns. Pfarrer Sebastian las die Messe. Auch das Zusammentreffen mit den Patenkindern war ein schönes Erlebnis.

Das Frauenhaus wird unter anderen auch von Pfarrer Sebastian und Pater Roy betreut. Besonders hat mir dabei gefallen, dass die umliegenden Anrainer von ihrem Mittagessen einen Teil ins Frauenhaus bringen. Die geistlichen Schwestern betreuen unentgeltlich die zum größtenteils behinderten Frauen. Es sind dort etwa 120 Frauen zu Hause. Nur so kann diese Organisation erhalten bleiben.

Pfarrer Sebastian ist wunderbar, er zeigte uns sein Land. Dafür reichen wir ihm dankend die Hand.

Maria Bruckner

Namaste!

Auf Grund meiner beruflichen Tätigkeit war es mir nur möglich, eine Woche an der Indienreise teil zu nehmen. Gerne nahm ich die lange Anreise auf mich, denn ich wollte unbedingt das Land, die Leute und die Projekte unseres Pfarrers Sebastian näher kennen lernen.

Auf dieser Reise gab es viele Höhepunkte, einen davon will ich nun genauer beschreiben:
Gespannt erwarteten wir den Sonntag, wo es nach der Hl. Messe zu einem Treffen mit unseren Patenkindern kommen sollte. Viele Kinder saßen bereits in diesem Pfarrsaal als wir ihn betraten. Zuerst stellten die Jugendlichen unserer Diözese, die am Jugendaustausch teilnahmen, das Land Österreich etwas vor. Danach wurden die Namen der Kinder aufgerufen. Ich lauschte gespannt, damit ich die Namen „meiner“ Kinder nicht versäumen konnte. Zwischendurch überkamen mich auch Zweifel, ob sie wohl dabei sein werden oder die Entfernung doch zu weit sein möge? Und siehe da, plötzlich vernahm ich die Namen Rincy und Sincy, „meine Zwillinge“. Schüchtern kamen sie nach vor. Voll Freude ging ich auf sie zu, begrüßte sie und wir schossen gleich einige Erinnerungsfotos . Gleich darauf führten sie mich zu ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester, die auch mit dabei waren. Voller Begeisterung sprach ich gleich in englischer Sprache los, wollte ihnen vieles erzählen, doch da merkte ich, das Rincy und Sincy nur in Malayalam-jener Sprache, die man Kerala spricht- kommunizieren konnten. Umstehende Frauen halfen ein wenig mit ihren Englischkenntnissen aus, doch wir versuchten es danach mit entsprechender Mimik und Gestik und genossen so die kurze gemeinsame Zeit. Freudig wollte mich die Familie gleich zu sich einladen, doch diesmal war es auf Grund der Entfernung und unseres Zeitplanes nicht möglich. Vielleicht gibt es bei einer weiteren Indienreise die Möglichkeit, „meine“ Familie in ihrem Zuhause zu besuchen.

Es war wirklich ein schönes Gefühl, den Kindern gegenüber zu stehen und sie nicht nur am Foto zu betrachten. So sind ihre Bilder, die zuhause bei mir stehen, mit Leben erfüllt. Ich finde es schön, dass die Familie die lange Reise auf sich nahm, um an diesem Vormittag ihre Patin kennen zu lernen. Nanni! Nanni!

Ich bin froh und dankbar meiner Familie, dass ich heuer meine Semesterferien in diesem wunderbaren Land verbringen konnte. Gestärkt durch die Kraft dieser tollen Gemeinschaft unserer Reisegruppe, den vielen bereichernden Eindrücken und mit viel Sonne im Herzen kehrte ich wieder gesund und wohlbehalten in unser „raues und kaltes“ Europa zurück.

Kerala, Gottes eigenes Land, ist wahrlich eine Reise wert und dies natürlich mit Pfarrer Sebastian, der immer für sehr rührende Überraschungen sorgt!!

Doris Kamper 

Eine Woche in God's own country – und Gott war spürbar mit dabei!

7. Feber 2014, Flug Vienna – Dubai, Dubai – Cochin
Es war soweit – die 17-stündige Reise nach Kerala begann, und die Vorfreude und die Erwartungen waren groß. Ich kannte dieses Land von unzähligen Fotos und Erzählungen, denn gemeinsam mit meinen Schüler/innen der BHAK Oberwart hatte ich diese Website erstellt. Im Zuge dieser monatelangen Projektarbeit hatten wir tausende Fotos recherchiert, und dabei sind mir so manche Landschaften ans Herz gewachsen. Außerdem „betreue“ ich ehrenamtlich seit mehr als zwei Jahren das von unserem Pfarrer Sebastian ins Leben gerufene Patenkindprojekt, welches Stipendien für ausgewählte Schüler/innen in Kerala vergibt. Da eine gute Schulausbildung - weltweit - immer die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben eröffnet, ist dieses Projekt zu meinem Herzensprojekt geworden. Ich kenne die Namen von hunderten Patenkindern, las viele Briefe, die sie jährlich zu Weihnachten an ihre Paten schreiben, sehe liebevoll gezeichnete Grüße und bin in persönlichem Briefkontakt mit unseren Patenkindern, einem Zwillingspaar Sherin und Sharon. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit zu einer Begegnung.

Persönliche Sachen hatte ich nicht viel eingepackt, denn es war Sommer in Kerala und die paar Kleidungsstücke hatten im Handgepäck Platz. Stattdessen war mein Reisekoffer voll mit vielen kleinen Geschenken der österreichischen Paten an ihre Schützlinge. Ich wusste, dass für die Patenkinder u.a. liebevoll ausgewählte Gold- und Silberkettchen mit dabei waren. Nichts Böses ahnend, ergatterte ich in Cochin bei der Gepäcksausgabe meinen Koffer – er war mit unzähligen „S“ (Security!) beschriftet. Security-Leute holten mich auch gleich aus der Schlange, ich sollte den Koffer öffnen, weil „Verdacht auf Goldschmuggel“ bestand. Ich versuchte den indischen Behörden nun glaubhaft zu versichern, dass ich nur Geschenke für Patenkinder im Gepäck hatte. Eine Untersuchung meines Koffers hätte Stunden gedauert – ich aber durfte nach 2 Minuten meiner Rechtfertigung ungehindert weitergehen – und Gott war das erste Mal spürbar mit dabei.

Einige Vertreter der Jugendgruppe „YUVADEEPTHI“ bereiteten uns vor dem Flughafen einen herzlichen Empfang – mit Namaste und einer gelben Rose. Diese Art der Begrüßung durften wir in dieser einen Woche noch viele Male erleben.

Unsere erste Fahrt ging von der Küste entlang der Reisfelder durch unzählige Teeplantagen in die Berge Keralas. Von den vielen Fotos, die ich von Kerala kannte, hatte ich ein Lieblingsfoto. „Please stop for a picture!“, bat ich den Taxifahrer. Er blieb stehen und es war genau der Platz auf meinem Lieblingsfotos. Zufall in God's own country?

Marykulam, der Heimatort unseres Pfarrers Sebastian, liegt in den Bergen der Westghats. Es gibt viele Gewürzbauern, deren Häuser verstreut inmitten der Waldgebiete liegen. Der Wald, das sind die Kokospalmen, die Kardamon- und Bananenbäume, die Gärten mit Pfeffer, Nelken, Vanille, Zimt, Muskatnuss und anderen exotischen Kostbarkeiten. Jeder Bauer wohnt inmitten seines Gewürzgartens, um vor Ort die Pflanzen optimal betreuen zu können.

Sonntags werden vier Messen angeboten, bei denen die Kirche bis auf den letzten Platz voll ist. Wir nahmen an der Kindermesse um 9:30 Uhr am Vormittag teil. Die Kirche wie auch jedes Haus betritt man grundsätzlich ohne Schuhe, dieses „Meer an Schlapfen“ bleibt vor dem Gebäude, trotzdem fanden wir immer unsere Schuhe ohne Probleme wieder.

Elisabeth, ein indisches Mädchen, erklärte mir mit vorgehaltener Hand den Ablauf der Messe. Alle Christen in Kerala sind Thomaschristen und der Ritus der Messen und Andachten unterscheidet sich daher wesentlich von unserem. Es wird viel gesungen und gemeinsam gebetet. Die Kinder hielten ein kleines, buntes Gebetsbuch in Händen, welches sie mit Begeisterung „durchbeteten“. Die bunten Messgewänder der Pfarrer, die rosa gekleideten Ministrantinnen und die vielen Kinder, alle am Boden sitzend, ergaben ein lebendiges, fröhliches Bild. An ihren leuchtenden Augen erkannte man ihre Freude an der heiligen Messe – und Gott war wieder spürbar mit dabei.

Nach der Sonntagsmesse wurden wir ins nahegelegene Pfarrzentrum gebeten. Dicht gedrängt mit neugierigen Augen erwarteten uns die Patenkinder mit ihren Eltern. Sie alle sind im Förderprogramm „STEP“ des WE CARE! Centre aufgenommen und erhalten je nach Schulstufe eine finanzielle Unterstützung, die jedem Kind von seinem persönlichen Paten in Österreich zur Verfügung gestellt wird.

Natürlich ist das Kennenlernen für beide Seiten ein aufregendes Erlebnis. Ich kannte unsere Patenkinder, das Zwillingspaar Sherin und Sharon - die beiden kleinen sechsjährigen Mädchen -, bisher nur von den Fotos, fand sie aber sofort in der Menge wieder. Gekommen waren sie mit ihrer Mutter Mariyamma, die seit dem Unfalltod ihres Mannes alleine ihre vier Kinder versorgen muss. Frisch und fröhlich, so als würden wir einander schon lange kennen, plauderten sie in ihrer Muttersprache Malayalam auf mich ein. „Sie machen mir viel Freude“, berichtete ihre Mutter. Ganz selbstverständlich versicherte sie mir, dass sie die Paten ins tägliche Gebet einschließen und diese deshalb auf eine gewisse Art zur Familie gehören. Die herzliche Umarmung bei der Verabschiedung ließ dieses „Zusammengehören“ deutlich spüren: Verbunden im Gebet über Kontinente hinweg - Gott ist spürbar mit dabei.

Im April des heurigen Jahres gründeten wir den Verein „WE CARE! Partnerschaft“, um die Projekte des WE CARE! Centre effektiv unterstützen zu können. Vor allem das Patenkindprojekt erfordert viel freiwillige Mitarbeit und Engagement. Gespannt war ich daher auch auf das Zusammentreffen mit den Betreuern des Patenkindprojektes in Kerala. Im Büro des WE CARE! Centre in Kanjirapally stellte mir Schwester Regina „ihre Patenkindarbeit“ vor. Sie ist die unmittelbare Ansprechpartnerin, und unserer persönlichen Zusammenarbeit steht dank E-Mail bzw. Skype nichts im Wege.

Das Gefühl, bei Freunden zu Besuch zu sein, begleitete uns die gesamte Reise. Im Elternhaus unseres Pfarrers Sebastian lernten wir seine Brüder und deren Familien kennen. In dem einfachen Bauernhaus, welches ca. 5 km vom Ortskern in den Bergen Marykulams liegt, wurden wir königlich bewirtet. Obwohl wir nur kurz miteinander sprachen, war es ein ehrliches Kennenlernen, und am nächsten Tag wurde ich wie selbstverständlich mit meinem Namen angesprochen.

Sonntagnachmittag wurden wir in sechs Gruppen aufgeteilt und durften am Treffen einer Christlichen Basisgemeinde teilnehmen. Christliche Basisgemeinden, „Basic Christian Communities“, sind auch in Marykulam das Fundament der Kirche. Zwei Mal im Monat treffen sich um die 15 Familien der unmittelbaren Nachbarschaft im Haus einer der Familien zum Gebet. Groß und Klein beten bzw. singen den Rosenkranz und schließen besondere Anliegen in diese Andachtsstunde mit ein. Ganz selbstverständlich übernehmen Kinder und Jugendliche die Gestaltung dieser Gebetsrunden. Religiöse Lebensführung und mehrmaliges gemeinsames Gebet sind nach wie vor fixe Bestandteile in den Familien. Nachbarschaftshilfe und die Übernahme der sozialen Verantwortung sind Eckpfeiler dieser Basisgruppen. Besonders beeindruckt hat mich bei unserer Basisgemeinde die Selbstverständlichkeit, dass alle Altersgruppen aktiv und mit sichtbarer Begeisterung teilnahmen. Äußerst kontaktfreudig waren die Jugendlichen, die sich in einem sehr guten Englisch mit uns unterhielten. Sie erzählten von ihrer Schulausbildung und ihren Zukunftsplänen. Über all ihren Erzählungen lag der Leitspruch unseres Pfarrers Sebastian “Wir schaffen es!“ in der Luft.

Es mangelt zwar an vielem Materiellen, aber die positive Lebenseinstellung, die Begeisterung, etwas zu lernen, und die Übernahme einer sozialen Verantwortung ermöglichen ein zufriedenes Leben. Fundament dieses Lebens in Fülle ist sicher das Bewusstsein - und Gott ist spürbar mit dabei.

Ein aufrichtiges NANNI gilt dem Initiator dieser Reise, dieser Partnerschaft, der Seele unserer Freundschaft über Kontinente hinweg – unserem Pfarrer Sebastian!

NANNI - für die gemeinsame Heimat!

Jutta Schneller

INDIEN    /    02.02. – 15.02.2014    /    Wie ich es gesehen habe.

Europäische Länder kenne ich mehrere – die meisten habe ich per PKW oder Bus erkundet. Nur einmal war ich mit dem Flugzeug unterwegs und zwar 1978 in Athen, damals eine 4 Millionen Metropole. Das hat mich gleich bei der Ankunft in Delhi daran erinnert, nämlich das gleiche Hupkonzert und Müll wohin das Auge schaut. Neu und ungewohnt: Indien hat Linksverkehr. Aber Gott sei Dank musste ich nicht selber fahren und auch die Tagestemperatur war erträglich.Auf alle Fälle sollte man Nord- und Südindien gesehen haben. Den Norden wegen der vielen und unbeschreiblich schönen Sehenswürdigkeiten und den Süden – vor allem Kerala – wegen der exotischen Landschaft. Für mich war dort allerdings die Hitze und die schwüle Luft ein Problem.

Von den historischen Sehenswürdigkeiten im Norden war ich am meisten beeindruckt vom AMBER FORT in Jaipur, gefolgt vom AGRA FORT in Agra. Beide wegen ihrer Größe und strategischen Bedeutung. Wenn man dort steht und in die Landschaft schaut, verspürt man sogar noch heute die Macht und den Glanz der damaligen Herrscher. Erst an dritter Stelle nenne ich die wahrscheinlich bekannteste Sehenswürdigkeit Indiens, das TAJ MAHAL. Es handelt sich dabei um eine Grabmoschee, die der Großmogul Shah Jahan 1631 – 1648 in Agra am Fluss Yamuna errichten ließ. Im Inneren sind für die Besucher lediglich die Grabmäler des Moguls und seiner großen Liebe Mumtaz Mahal zu bestaunen. Da habe ich mir etwas mehr erwartet. Gerne hätte ich dieses Bauwerk beschienen von der Abendsonne  erlebt, weil der weiße Marmor dann gelblich erscheint (angeblich).Zurück in Delhi konnten wir zwei Bauwerke der Gegenwart bestaunen. Zuerst den von 2000 – 2005 erbauten AKSHARDHAM Tempel, der 2007 als flächenmäßig größter Hindu- Tempel der Welt in das Guinness Buch der Rekorde eingetragen wurde. Die in die Außenfassade auf hunderten Metern in Stein gemeißelten Elefantenszenen haben mich ebenso fasziniert, wie die prächtigen Altarbilder im Inneren.
Den Abschluss unserer Kulturreise in Nordindien bildete natürlich der von 1976 – 1986 erbaute LOTUSTEMPEL. Er steht in Bahapur, einem Stadtteil der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. Die Form des Gebäudes erinnert an eine Lotusblume und ist ein Haus der Andacht der Bahai – Religion. Anhänger aller Religionen dürfen darin beten. Das Innere des Tempels ist schmucklos, weil die Bahai keine Bilder, Statuen u. dgl. gestatten.  Der Bau aus weißem Marmor aus Griechenland ist 40 m hoch; der neunseitige Grundriss wird von 27 freistehenden Blütenblättern umrahmt. Der Sakralbau bietet bis zu 2500 Menschen Platz und steht auf einem 10,5 ha großen Gelände, dessen Teiche und blumengeschmückten Gärten dem Besucher europäischen Flair vermitteln. Ich hatte das große Glück, beim Flug nach Madurai den Lotustempel für einen kurzen Moment auch von hoch oben zu sehen.

Nun zu Südindien. Die +33°C Ankunftstemperatur waren für mich ein Schock. Man hat`s ja gern warm am 07. Feber, aber was zu viel ist, ist zu viel.

MINAKSHI – Tempel in Madurai – die überreich mit bunten Figuren gestalteten Türme, echt beeindruckend. Im Inneren die vielen Menschen in der Ausübung ihrer Religion. Unser Reiseleiter ums Erklären bemüht; mir brummt vom vielen Schauen und Zuhören der Schädel. Am nächsten Tag farbenprächtige Landschaft. Fruchtbarer Boden, sehr gepflegte Kulturen, egal ob Reis oder Bananenplantage. Mein Bauernherz schlägt höher. Zwischenstopp zur Besichtigung eines Marktes. Fleischhauer arbeiten unter freiem Himmel. Was für eine Auswahl an Gemüse. Wenn es asphaltierte Straßen, Gehsteige, eine funktionierende Müllabfuhr gäbe, wäre mir der Ort direkt sympathisch. Der Besuch einer Ziegelei weckt Nostalgie in mir. Früher hat es noch keinen Kunststoff und somit auch keinen Plastikmüll an den Straßenrändern gegeben. Plötzlich ein Landstrich mit geschätzten 50 Windrädern. Verschandeln die Landschaft, aber von irgendwo muss die Energie ja kommen. Ist für 1,2 Milliarden Inder sowieso nur ein Windhauch.In Serpentinen geht es mühsam hinauf nach Thekkady. Es gibt aufregende Überholmanöver und als amüsanten Gegenverkehr ein Ochsengespann mit schlafendem Fahrer. Gute 900 m Seehöhe bringen etwas kühlere Luft. Empfang beim Hotel mit geschmücktem Elefanten und Trommelmusik. Endlich kommt die zweite Reisegruppe zu uns. Dann der Ritt mit dem Elefanten – pardon, Elefantin; unsere hieß Indira und hatte einen sehr breiten Rücken, was mir zwei Tage Hüft-schmerz bescherte. Zur Entspannung dann die Ayurveda – Massage und im Hotel die anmutige Tanzvorführung.

Sonntagsmesse in Marykulam. Beeindruckende Kirche. So viele Kinder; freundlich, diszipliniert, andächtig. Dann das Treffen mit den Patenkindern, die Busfahrt  zum Elternhaus von Pfarrer Sebastian, Kennenlernen der Familienmitglieder – leider zu wenig Zeit für Gespräche. Danke für das reichhaltige Buffet – ich habe erstmals in meinem Leben eine Wachtel verspeist.

Ein schöner Abschluss des Tages war das Treffen einer christlichen Basisgemeinde. Mir ist dabei aufgefallen, dass weit mehr Frauen und Mädchen als Männer und Burschen anwesend waren und Gebet und Gesang geleitet haben – erinnert mich sehr an zu Hause. Und die Mädchen sprechen ein sehr verständliches Englisch.

Etwas bedrückend empfand ich den Besuch der Frauen im Nalla Samarayan Ashram in Kanjirapally. Doch die anschließende Hochzeit von Vera und Hans hat die trüben Gedanken rasch verscheucht. Die Feier im Hotel war für burgenländische Verhältnisse viel zu kurz, aber wenigstens waren wir für die Bootsfahrt am nächsten Tag fit. Das Hausboot war sowieso ein Erlebnis für sich (Fahrt, Verpflegung, Gesellschaft, gelsenfreie Nächtigung  - alles super!).

12.02.  Den Besuch der Synagoge hätte man auch weglassen können; der Rundgang im Dutch Palace war zwar interessant, aber wegen der Hitze (trotz Ventilatoren) etwas mühsam. Das Arabische Meer habe ich gesehen – zuerst vom Felsendamm und dann von einem Restaurant aus, bei dem es endlich wieder Bier gegeben hat. Danke Fred für den Wegweiser. Ins Meer bin ich nicht hinein; habe lieber festen Boden unter den Füßen.

13.02.  Der Tag beginnt mit dem Besuch eines Elefantencamps. Erstaunlich, wie es dem Menschen immer wieder gelingt, sich derart gewaltige Tiere zu unterwerfen. Mir haben die Elefanten trotz bester Pflege leid getan, weil sie angekettet waren.

Und nun zu meinem persönlichen Höhepunkt der Reise. Das ist zweifelsohne der Besuch der Thomaskirche in Kodugallor (auch: Kodungallur). Ich danke Gott dafür, dass ich am Reliquienschrein des Hl. Apostels Thomas beten durfte.

An Reliquien kann man glauben oder auch nicht. War das wirklich die Hand, die einmal in die Wunden unseres Heilandes gelegt wurde? Jedenfalls berichtet die Geschichte, dass 1258 die Gebeine des Hl. Thomas nach Ortona ( Italien ) überführt wurden und bis heute in der Krypta in der Kirche San Tommaso liegen. Papst Pius XII. hat zum 1900. Jahrestag der Ankunft des Hl. Thomas in Indien im Jahr 1952 die Handreliquie an Indien geschenkt, worauf die Kirche als Aufbewahrungsstelle und Ort der Verehrung erbaut wurde.

Echt oder nicht echt – was spielt das schon für eine Rolle. Allein schon der Gedanke an diesen geschichtsträchtigen Ort jagt mir Schauer über den Rücken. Was war der Hl. Thomas für ein Mensch? Wie ist er nach Indien gekommen? Und vor allem: wie war das damals nach der Auferstehung? War er neidisch auf die anderen, die den Auferstandenen gesehen haben und er nicht? Kann man es ihm übel nehmen, dass er gezweifelt hat? 

Ja, auch ich bin manchmal ein Zweifler im Glauben. Auch für mich gilt – oft erst nach Jahren – anlässlich  bestimmter Ereignisse die Inschrift des Denkmals vor der Thomaskirche „My Lord and my God“.

14.02.  Es ist Valentinstag und Pfarrer Sebastian verteilt Rosen an unsere Reisedamen. Ich aber bin traurig, denn der Valentinstag ist der Sterbetag meiner Mutter. Erst als wir später mit zwei Booten eine Insel in den Backwaters ansteuern, kehrt wieder Freude in mein Herz. Rasch komme ich beim Thema „Verwendung der Kokosnuss“ und verschiedenen Handwerkstätigkeiten, die uns vorgeführt werden, auf andere Gedanken. Und das Mittagsbuffet samt Bier gibt dem Ganzen einen versöhnlichen Ausklang. Schließlich folgt noch eine vergnügliche Fahrt mit einer Ritscha zum Bus.Schnell einchecken im Crowne Plaza und einkaufen. Schließlich will man ja nicht mit leeren Händen nach Hause kommen. Die Einkäufe in den Tagen davor waren ja nur „zum Aufwärmen“. Nun hieß es, nur ja nicht zu viele Rupien übrig zu lassen. Kein Wunder, dass ich dann am Abend (und andere Mitreisende wohl auch) bei der Kultur-Show im Greenix fast tief eingeschlafen wäre.

15.02.  Nach nur 3 Stunden Schlaf im Plaza versuche ich pünktlich im Bus zu sein. Wach ich oder träum ich? Da fängt es tatsächlich leicht zu regnen an. Haben wir ein Glück mit dem Wetter gehabt. Nun aber schmerzhafte Trennung von unserem Sebastian, der uns eine unvergessliche, tolle Reise ermöglicht hat. Abschied von Jiji, unserer „lebenden Bank“ und volle Konzentration beim Einchecken im Flughafen Kochi.

Beim Flug nach Dubai vergeht die Zeit sehr schnell. Super Wetter, gute Sicht. Ich kann den Oman mit der Hauptstadt Muscat deutlich sehen. Dann kommt die vermeintlich sanfte Landung in Dubai. Plötzlich sehe ich, wie die Autos unter mir wieder kleiner und die Sitzreihen vor mir wieder höher werden. Dann meldet der Pilot, dass er Anweisung vom Tower hat, eine Runde zu drehen – wegen einem unbekannten Flugobjekt auf unserer Landebahn. Ist ja toll; Witz des Tages? Schließlich landen wir doch ohne merkbare Probleme im zweiten Versuch.
In Dubai heißt es wieder warten, warten. Zum Zeitvertreib beobachten Pepi und ich die startenden Flugzeuge. Dann haben wir sogar zwei Airbusse 380 vor der Nase. Der eine fliegt nach London, der andere nach Paris. Wir sind verwundert, dass sie zum Abheben eine nur etwas längere Bahn als die kleineren Flugzeuge brauchen. Schon imposant dieser Riesenvogel. Nun aber ab zum letzten Flug. Endlich ein deutsch sprechender Pilot. Ich habe einen Fensterplatz ergattert und sehe die Skyline von Dubai, später das beleuchtete Bukarest und schließlich Schwechat. So richtig genießen kann ich den Flug aber trotzdem nicht, weil mich Magenkrämpfe plagen. Letztes „Kofferfischen“ am Förderband der Flughalle. Mit dem Bus ab nach Hause.

Schön war`s. Kein Urlaub – aber eine tolle Bildungsreise. Ich danke dem Herrgott, dass ich dabei sein durfte.

Rupert Schuch

Ein Geschenk, ein Fest für alle Sinne

Zwei Wochen sind schon vergangen seit der Rückkehr aus Indien und obwohl diese Zeit bereits voll mit Terminen war, so war Indien doch ständig präsent.

Von der ersten Woche sind es die mächtigen Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten, die jeder Indienreisende besucht, die beeindruckten. Es waren dies der City-Palast und Amber Fort in Jaipur, die Fatehpur Sikri Palastanlage, das Agra Fort und natürlich das Taj Mahal in Agra, sowie Quatab Minar, der Akshardam und der Lotus Tempel in Delhi. All diese gewaltigen Bauwerke zeugen von unglaublicher Macht und Reichtum früherer Maharajas und Mogulkaiser.

Eindruck hinterlassen haben aber auch die Großstädte selbst, mit den vielen Menschen, der hohen Verkehrsdichte und den unterschiedlichsten Transportmitteln – Rikschas, Tuk-Tuks, Ochsenkarren, Motorrädern … Jeder Europäer wäre überfordert, würde schimpfen und wild gestikulieren. Nichts davon war bei unseren Buschauffeuren zu bemerken. Sie sind einfach nur ruhig, geduldig und konzentriert gefahren. Genau wegen dieser rücksichtsvollen Fahrweise haben wir trotz diesem Getümmel auf den Straßen nur einen Unfall gesehen.

Nachdenklich stimmten mich die zum Teil armseligen Lebensbedingungen in den Großstädten Nordindiens und die damit verbundenen schlechten Chancen vieler Kinder und Jugendlicher. In einem Vorort von Delhi versucht die Regierung gerade gegenzusteuern und baut riesige Wohnhausanlagen und schafft gleichzeitig auch Arbeitsplätze. Vielleicht können wir uns ja bei einem nächsten Besuch davon überzeugen, ob diese geplanten Städte von der Bevölkerung angenommen werden.

Der zweite Teil unserer Reise führte in den Süden, zuerst in den Bundesstaat Tamil Nadu, wo wir in Madurai den Meenakshi Tempel besuchten. Per Bus ging es dann weiter nach Kerala, zuerst in die Bergregion um Thekkady. Vor unserem Hotel wurden wir mit Elefanten und Trommeln empfangen.

Die Sonntagsmesse in Marykulam, das Treffen mit den Patenkindern und die Zeit, die wir mit Mitgliedern der dortigen Basisgemeinschaft verbringen durften, haben sich bei mir fest eingeprägt. Tiefe Religiosität, eine positive und zufriedene Ausstrahlung und ein Lächeln im Gesicht begleiteten uns durchwegs. Trotz einfacher Lebensbedingungen wirken die Menschen um vieles glücklicher, ruhiger und zufriedener wie wir.

Während im Norden jetzt viele neue Wohn- und Arbeitsräume geschaffen werden, hat Kerala schon seit langer Zeit in Bildung investiert und damit die Voraussetzung für eine bessere Lebensqualität und ein selbstbestimmtes Leben geschaffen.

Kerala ist tatsächlich „God’s own country“ mit Tee- und Gewürzplantagen im Bergland, Reisfeldern und Kautschukplantagen in den Tälern, sowie Palmen soweit das Auge reicht. Die Reise war ein Geschenk, ein Fest für alle Sinne. Lange schon habe ich mich nicht so zufrieden und ruhig erlebt wie während und jetzt nach dem Aufenthalt in Indien.

Elisabeth Wukitsch

"Willkommen sein ..."

Als ich vor etwas mehr als einem Monat gebeten wurde, meine Gedanken und Erwartungen zur bevorstehenden Indienreise aufzuschreiben, hätte ich nie gedacht, dass die Zeit so schnell vergehen würde. Alles was ich mir so schön vorgestellt und ausgemalt hatte und noch viel mehr an wunderschönen Momenten in dieser fremden und doch vertrauten Welt liegen nun bereits hinter mir.

Fremd, weil Kultur, Bräuche und aber auch die natürliche Umgebung und Temperatur so sehr von dem uns gewohnten und familiären Umfeld abweichen, sodass ich das Gefühl nicht los wurde, in einer anderen Zeit, in einer anderen Welt zu sein. Teilweise unserer westlichen Kultur vor hundert Jahren ähnlich und doch anders, neu und manchmal auch verwirrend.

Vertraut, weil man vom ersten Moment an, wenn man den Flughafen verlässt und indischen Boden unter den Füßen hat, das Gefühl nicht los wird, auf eine verdrehte Art und Weise zuhause zu sein, tausende Kilometer fern der eigentlichen Heimat. Die Gastfreundschaft, Freundlichkeit und Offenheit der Menschen, welche ich in Indien kennenlernen durfte, und die in dieser kurzen Zeit Freunde geworden sind, gaben mir das Gefühl von Sicherheit und von „WILLKOMMEN sein“, wie ich es bis jetzt noch auf keiner meiner Reisen erlebt hatte.

Am 7. Februar 2014 habe ich mit fünf Fremden, denn unsere Reisegruppe hatte sich davor erst dreimal getroffen, eine Reise angetreten. Wir wurden von den Nonnen der „We care“ Organisation und den Bewohnerinnen der Pflegeeinrichtung mit offenen Armen und viel Liebe aufgenommen und haben unvergessliche Momente und zahlreiche Ausflüge mit Jugendlichen der Diözese Kanjirapally erlebt. Die zwei Tage mit den Kindern im Betlehem Ashram waren für mich ein absoluter Höhepunkt. Wir haben den Kindern ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, gespielt, sind herum getollt, haben ihre Gesichter bunt bemalt und das Kind in uns wieder zum Leben erweckt. Für einen Abend durften wir Teil einer indischen Familie sein und erhielten Einblick in das alltägliche Leben der Menschen. Wir sind in eine unbekannte Kultur eingetaucht, bewunderten hinduistische Tempel und Rituale und haben vieles über uns selbst und Indien gelernt und sind nach zwei Wochen als Freunde wieder von unserer Reise zurück gekommen.

Für mich war es jedenfalls mit Sicherheit nicht die letzte Reise nach Indien und ich kann es kaum erwarten alle irgendwann wieder zu sehen, wenn nicht früher, dann doch hoffentlich 2016, wenn es in der Tradition des „Austauschens“ schließlich so weit ist, die indische Jugendgruppe in unserer Diözese willkommen zu heißen.

Zum Schluss noch eine kleine Empfehlung an alle Jugendlichen die hier vielleicht über diese Zeilen gestolpern und darüber nachdenken an diesem oder ähnlichen Programmen teilzunehmen: Utere Sorte, nutze deine Chancen solange du kannst!Siehe auch: Studienreise 2014

Michaela Löffler

Schöne gemeinsame Zeit ...

Seit drei Wochen bin ich jetzt schon zu Hause, aber angekommen bin ich noch immer nicht. Meine Gedanken sind jeden Tag bei den Armen, bei den Frauen und vor allem bei den Patenkindern. In mir ist seither eine Stimmung, die ich kaum erklären kann. Einerseits die Trauer über die Armut, andererseits die Freude über die strahlenden Kinderaugen.

Eines steht aber schon heute fest: Ich komm ganz sicher wieder nach Kerala.

Meiner Reisegruppe danke ich für die schöne gemeinsame Zeit und Herrn Pfarrer Sebastian ein besonderer Dank für die Reise ins "Paradies auf Erden".

Anna Flandorfer

 

Kinder sind ein Geschenk Gottes ...

Seit seiner Zeit als Seelsorger von Mischendorf, hat Pfarrer Sebastian mich und meinen Mann Fritz zu einer Reise in seine Heimat eingeladen, da die Kinder der Wohngemeinschaft ein Patenkind im Waisenhaus Betlehem Ashram haben. Sie finanzieren das Schulgeld seit Jahren von ihrem Taschengeld. Es gab jedoch immer genug Gründe, warum wir nicht nach Indien mitkommen konnten.

Im Jahr 2013 hat Fritz uns, ohne mich viel zu fragen, für die nächste Reise angemeldet. Ich habe sie nach seinem plötzlichen Tod im Juli wieder storniert. Eigentlich habe ich mich von Pfarrer Sebastian überreden lassen, doch mit nach Indien zu kommen. Nun bin ich ihm sehr dankbar für seine Überredungskunst. Diese beiden Wochen in Indien haben mich meine tiefe Trauer überwinden lassen.

Ich war in den ersten Tagen sehr traurig berührt, von der Armut, dem Leben der Frauen und der Kinder auf der Straße. Ich wusste nicht, ob ich diese Bilder und Eindrücke in meiner momentanen psychischen Verfassung aushalten kann. Doch es kamen zu diesen schmerzhaften Eindrücken wunderbare bunte Bilder von Menschen mit strahlenden Augen, mit wunderbarem Lächeln, die freundlichen, herzlichen Begegnungen mit Menschen aus verschiedenen Religionen und Kulturen.

Die gemeinsame Messfeier mit 800 Kindern in der Heimatpfarre von Pfarrer Sebastian war für mich ein besonderer Höhepunkt. Die Kinder saßen in dieser Hitze schon über eine Stunde am Boden, da sie auf uns gewartet haben, um mit uns zu singen und zu beten. Die Eltern, die sich bei den Paten ihrer Kinder bedanken wollten, waren oft schon weit zu Fuß zur Kirche gekommen. Die Patenkinder, in froher Erwartung und Dankbarkeit für ein kleines Geschenk warteten geduldig, bis sie an der Reihe waren.

Die Gastfreundschaft von Menschen, die viel weniger materiellen Besitz haben als wir und trotzdem ganz selbstverständlich ihr Haus, ihr Essen mit uns teilten, hat mich demütig klein werden lassen. Materiell weniger zu haben oder zu einfach zu teilen, macht offensichtlich zufriedener und glücklicher.

Das Schicksal von den Frauen, die von ihrer Familie nicht mehr versorgt werden und Zuflucht im Nalla Samarayan Ashram gefunden haben, hat mich viele Tage aufgewühlt. Jedoch das Staunen über das soziale Zusammengehörigkeitsgefühl dieser Menschen, die von ihrem Essen geben, damit diese Frauen ebenfalls satt werden, hat mir das Gute in der indischen Gesellschaft gezeigt. Es hat mir bestätigt, dass ein Armer eher durch`s Nadelöhr geht, als ein Reicher. Sehr beeindruckt hat mich, dass Kinder und Frauen unabhängig von ihrer Religion durch diese christliche Gemeinschaft Hilfe erhalten.

Die Zeit war leider viel zu kurz, wo wir uns mit den fünf Familien der Basisgemeinde trafen. Sie treffen sich an Samstagen für 2 Stunden zum gemeinsamen Gebet. Wir durften als Gäste Einblick nehmen, in ihr spirituelles Leben und sie ließen uns teilhaben am gemeinsamen Gebet und Bibellesung in einem kleinem Raum, wo vom Baby bis zum Großvater alles versammelt war und aktiv teilnahm. Die einzigen, vorhandenen Stühle haben sie uns zwei Gästen angeboten. Als wir in unseren Rucksäcken nach kleinen Geschenken suchten, wollten sie uns auch eine Freude bereiten. Der Vater des Hauses nahm sein einziges Bild des Hl. Josef aus seiner Bibel und schenkte es mir zur Erinnerung. Ich war zu Tränen gerührt und es hat nun einen Ehrenplatz in meiner Bibel.

Es würden sich viele Seiten mit Reiseberichten füllen lassen, über alle besonderen Sehenswürdigkeiten, den vielen unterschiedlichen Eindrücken und Erlebnissen , die wir auf dieser Reise machen durften. Man kann eigentlich nur empfehlen, selber eine Reise mit Pfarrer Sebastian zu machen. Ich habe mir den Text, der in einer Wallfahrtskirche hing und den Pfarrer Sebastian übersetzte, mit in mein Leben nach Österreich genommen: "KINDER SIND EIN GESCHENK GOTTES" und ich will mich dafür einsetzen, dass möglichst viele indische Kinder die Chance auf Bildung durch eine Patenschaft bekommen. Nur so werden sie ihrem Land mit ihrer bunten Kultur treu bleiben, die Natur schätzen und bewahren, sich für eine gerechte Verteilung aller Güter einsetzen und uns bereichern.

In diesen beiden Wochen habe ich neue Lebensenergie bekommen, die Buntheit der Saris in mir aufgenommen und bin sehr dankbar in Wien gelandet. Die Frage, womit ich es verdient habe, in einem so schönen, reichen, friedlichen und sicheren Land wie Österreich leben zu dürfen, wird mich weiter beschäftigen.

Ich habe mich in dieser Reisegruppe sehr gut aufgehoben gefühlt und danke allen, die ihren Beitrag zum Gelingen dieser Reise geleistet haben!

Annemarie Pronegg

Die Indienroas ...

A Schippl Leit fan Pedaschdafa Pforrvabaund,
is unlängst g’fogn in a fremdes Laund.
Se hom wölln ianan Pforra sei Huamat kennalehna,
and des is fa da Johreszeit her an bestn da Fewa.

Die gressarie Party is scha friacha furtgflogn – wal,
de hom sie wölln auschaun as Tatschmahal.
Da Fliega hat in Dubai an Zwischnstopp g’mocht,
wal af uamul het der’s epa gor net dapockt.
As Weda wor durchwegs recht sche af dera Roas,
nur fia isauan wor’s holt scha mächti hoass.
Wia ma dahuam san furt gfohn wor’s iwaroll eisi and hal,
owa durt inta homa g’schwitzt wia die Esln - olliwal.
As Essn wor schärfa, a bissl mehr hold g’wirzt,
dafia wor as Bier schwecha - des hom die Fochleit glei g’spiat.

Im Nordn fa Indien hom mia si in 4 Togn augschaut ollahaund a,
owa as Hauptzül is eigentli g’wen as Kokoslaund Kerala.
A jeda wor beeidruckt fa dera indischn Kultur,
and a wos durt woxt in Herrgotts freia Natur.
Af die Berg ohm woxt af die Plantaschn miasdick da Tee.
Weida int stehn die Gummibama and durt grot a da Kaffee.
Da Kardamon, da Pfeffa and da Kaukau,
is a durt fatretn wohie ma grod schaut.
Die Ananasacka g’siagt ma glei Hektaweis
And af da Ebn inta is dahoam da Reis.
Bamarantschn, Papayas and haufnweis hänga die Bananen
And umatum locha die Kokosnuss owa fa die Bama.

Mia worn olli beeidruckt fa den fernan Laund,
iwa so mauches hom mia reglrecht g’staunt.
Isari Patnkinda fa We Care hom ma a zan Ta’l gseg‘n,
des wor berierend – jo des wor schen.
Za guida letzt hat da Sebastian nau zwoa Leit fa is kirchli traut.
Na des het’s sulln g’segn – do hom mia vielleicht g’schaut!

Des is hiaz kurz zaummgfosst fa dera Roas a Bericht,
niedagschriem af hiazisch oll’s Gedicht.

Mit indischn Griassn Graf Sepp

Eine ganz besondere Reise ...

„ Ihr reist nach Indien?“, waren wir in den letzten Wochen vor Antritt der Reise immer wieder gefragt worden. „Macht euch auf etwas gefasst! Das wird ein Kulturschock.“

Und dann kamen wir nach einem langen und auch etwas anstrengenden Flug, am 3. Februar morgens in Delhi an, um unsere zweiwöchige Indienreise zu beginnen. Eine Vielzahl unterschiedlichster Eindrücke hieß es von nun an täglich aufzunehmen und zu verarbeiten. Vieles machte uns sehr betroffen, wie die Armut, insbesondere die der Kinder. Vieles gab es zu bestaunen oder auch zu bewundern, wie etwa die beispiellose Freundlichkeit und Geduld der Menschen und so manch Neues zu erfahren über Lebensweise, Religionen und Kultur in diesem Land der Vielfalt und der Gegensätze.

In Delhi, einer Stadt mit ca. 15 Millionen Einwohnern, prägten nicht nur die vielen Menschen und jede Art von Fahrzeugen, sondern vereinzelt auch herrenlose abgemagerte Kühe, streunende Hunde, auf Zäunen sitzende Affen und Elefanten, die als Lastenträger dienten, das Straßenbild. Viele der Wohnblocks waren desolat und würden dringend der Sanierung bedürfen. Menschen lebten in improvisierten Zelten am Gehsteig, bettelnde Kinder erhoben ihre Hände und zeigten an, dass sie Hunger hatten und um Essen baten. Müll wurde einfach mangels einer anderen Gelegenheit am Gehsteig gelagert und angezündet, wenn der Haufen zu groß wurde.
Der Verkehr war anfangs durchaus beängstigend. Es gibt kein geordnetes Fahren in Spuren. Alle versuchten einfach trotz der vollgestopften Straßen ans Ziel zu kommen. Ununterbrochen wurde gehupt, um auf sich aufmerksam zu machen, nicht wie bei uns, um über das Fehlverhalten anderer seinen Unmut zu bekunden. Für uns ein bleibendes Rätsel, aber irgendwie klappte es immer.

Das bunte Straßenbild, die farbenfrohen Kleider der Mädchen und Frauen, die freundlich lächelnden Gesichter, das schier unglaubliche Improvisationstalent der Menschen, das sich in vielfältiger Weise äußerte, beeindruckten uns ungemein. Nicht weniger staunten wir über die großartigen Bauten im Norden von Indien, sei es der City Palace der Könige von Jaipur, Fort Amber, das Taj Mahal oder der moderne Lotustempel, die nicht nur Zeugnis gaben vom Reichtum vergangener Herrscher, sondern auch von der hohen Baukunst in diesem Land.

Ein ganz anderes Bild bot sich uns dann im Süden, in Kerala, der Heimat von Pfarrer Sebastian.
An der landschaftlichen Schönheit dieses Teils von Indien, mit seinen Palmen, Reisfeldern, riesigen Teeplantagen, Bananenstauden, Orangenbäumen konnten wir uns nicht sattsehen. Keralas Werbespruch „God´s own country“ ist berechtigt, denn es zeigte sich uns wahrlich paradiesisch.

Ein besonderer Höhepunkt auf dieser Reise war für mich das Treffen mit den Patenkindern. Schon die Messe, gestaltet von den Kindern, war ein Erlebnis. Die Aufmerksamkeit der Kinder faszinierte mich. Dicht gedrängt saßen sie am Boden auf dem Teppich und doch gab es kein Stoßen, kein Schubsen. Es wurde nicht einmal miteinander geflüstert.

Im Anschluss an die stimmungsvolle Messe erhielten alle Kinder im Pfarrsaal ein Geschenk und danach hatten wir Gelegenheit unsere Patenkinder kennenzulernen. Alle unsere Mitreisenden begrüßten nach und nach ihre Patenkinder und ließen sich schon voll Freude mit ihnen fotografieren. Nur unsere Patenkinder Anita, Achumol und Sayanth fehlten. Pfarrer Sebastian las ihre Namen vor, doch vergeblich. Schon begann sich der Saal zu leeren. Da hörten wir einen bekannten Namen. „War das Sayanth?“ Ja, tatsächlich kam Sayanth mit seinen Eltern nach vorne. Voll Freude begrüßten wir einander. Sayanth erzählte uns von seinen Geschwistern und der Schule. Zum Abschied gab er mir einen Kuss auf die Wange und sagte (dabei umklammerte er die Buntstifte, die er von uns bekommen hatte): „I will write to you, with these pencils.“ Ich war gerührt.

Ein besonderes Erlebnis stellte für meinen Mann und mich auch die Hochzeit von Vera und Hans dar, feierten wir doch gerade an diesem Tag unseren 41. Hochzeitstag.

Als wir nach zwei Wochen nach Hause kamen, durften wir das Erlebte noch einmal nachempfinden. Wohin wir auch kamen, wurden wir auf die Indienreise angesprochen. „Ihr wart in Indien mit? Ich habe eure Fotos auf der Pfarrhomepage gesehen.“ Und wir erzählten mit Freude und Begeisterung von diesem schönen beeindruckenden Land und seinen wunderbaren Menschen.

Die Reise nach Indien hat für uns einen ganz besonderen Stellenwert. Wir sind dankbar, dass wir an dieser Reise teilnehmen konnten und sagen Pfarrer Sebastian herzlichen Dank! Danke auch an alle Mitreisenden. Denn ohne diese nette Harmonie in der Gruppe, wäre die Reise halb so schön gewesen.

Heidelinde Knaus

 

 

                                                                                       

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Patenkindtreffen in Marykulam, 9. Feber 2014

Patenkindtreffen in Marykulam, 9. Feber 2014

Zu Gast bei den „Basic Christian Communities“ – Christliche Basisgemeinden, das Fundament, auf das die Kirche in Indien baut.

Empfang im Nalla Samarayan Ashram

Visit in a school for children with special needs

Hochzeit im Himmel - Kerala, God's own country

Hochzeitsgesellschaft

Mittagessen bei der Familie Edakarottu