Reise Südindien-Kerala Jänner 2014

Meinen ersten Aufenthalt in Kerala / Südindien hatte ich bereits im Jahre 2012. Damals ermöglichte mir Pfarrer Sebastian Edakarottu, der bis zu vor 2 Jahren hier bei uns in der Pfarre Eisenstadt Oberberg tätig war, 9 Wochen lang in verschiedenen, teils von ihm gegründeten, sozialen Einrichtungen der Diözese Kanjirapally, einer Partnerdiözese von Eisenstadt, zu verbringen und dort mitzuarbeiten.

Bereits damals war es mir ein Anliegen, in das relativ eintönige Leben der Kinder im Bethlehem Ashram in Mundakayam etwas Abwechslung zu bringen und so fasste ich den Entschluss, diesen Kindern einen mehrtägigen Ausflug über die Grenzen Keralas hinaus zu ermöglichen und die anfallenden Kosten durch Spendeneinnahmen bzw. Erlösen aus verschiedenen Aktivitäten zu übernehmen.

Mit den Einnahmen aus 2 Pfarrcafes unserer Pfarre, dem Erlös aus Verkaufsaktivitäten zu Martini 2013 und zusätzlichen  Spenden bin ich dann am 15.1.2014 gemeinsam mit meinem Mann Roland nach Kerala/Cochin aufgebrochen. Nach einem Kurzbesuch im Frauenhaus Nalla Samarayan, wo sich viele der dort lebenden 135 Frauen über das Wiedersehen sehr gefreut haben, starteten wir dann am darauffolgenden Tag mit 44 Kindern des Waisenhauses im Alter zwischen 9-17 Jahren in einem Bus in den Nachbarbundesstaat Karnataka und die Stadt Mysore. Begleitet wurden wir von zwei geistlichen Schwestern, Teresa und Alice, sowie Father Roy Mathew Vadakkel, der gemeinsam mit  Pfarrer Sebastian viele dieser Einrichtungen aufgebaut hat und nun verwaltet.

Die Anreise nach Mysore erfolgte während der Nacht und die Begeisterung der Kinder ging erst nach Mitternacht in Müdigkeit über, sodass wir bloß einige Stunden der Ruhe hatten. Das Abendessen nahmen wir auf einem spärlich beleuchteten Parkplatz ein, wo wir die vorbereiteten Lunchpakete entgegennahmen - in Bananenblätter eingewickelter Reis mit verschiedenem Gemüse. Mangels Besteck aßen wir, wie die Kinder, mit den Fingern. Es war trotzdem sehr lecker.

Die Basisstation in Mysore, wo wir täglich übernachteten und auch das Frühstück sowie das Abendessen einnahmen, war das Gästehaus des Convents der Daughters of Mercy, die uns allen viel Gastfreundschaft entgegenbrachten.
Die täglichen Ausflüge – nach einer Messe, die meist schon vor 6 Uhr begann – führten uns zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen in Mysore und Umgebung ( Mysore Palace, moslemische Pilgerstätte des Sultan Tipu, Goldener Tempel der Tibeter in Bylakuppe, hinduistische Tempelanlage auf dem Berg Chamundi, Zoo, Bamboo Garden, St. Philomena’s Church, Art Gallery, „heiliger Fluss“ Kaveri, eine Seidenmanufaktur, Brindavan Garden mit Wasserspielen, Bandipur National-Park….).

Das stets gute und natürlich vegetarische Mittagessen nahmen wir in einfachen „Family Restaurants“ ein. Während der Busfahrt zwischen den einzelnen Stationen wurde laut Musik gespielt, im Mittelgang ausgelassen getanzt, gesungen usw.
Besonders aufgefallen ist uns die Disziplin der Kinder. Schon Tage davor wurde festgelegt, wer von den Älteren – dazu haben auch wir gezählt -  sich einen Jüngeren zur Hand nimmt, wenn wir als Großgruppe wo auch immer aufgetreten sind……und es hat immer funktioniert. Bei den enormen Menschenansammlungen gibt es aber auch keinen anderen Weg…Schwester Teresa hat trotzdem zig Male die Kinder, ihre Schäfchen, durchgezählt.

Auf dem Weg zurück nach Mundakayam bedankt sich eines der älteren Mädchen, die 16 - jährige Angel im Namen aller Kinder für diesen tollen Ausflug. Sie versprechen, uns in ihr Gebet einzuschließen und singen uns zum Dank Lieder in ihrer Muttersprache Malayalam. Auch Father Roy bedankt sich bei uns und all den Personen aus unserer Pfarre, die dieses für die Kinder unvergessliche Erlebnis ermöglicht haben und freut sich darüber, dass wir beide alles mitgemacht haben und auch gemeinsam mit ihnen zu Tische gesessen sind und die gleichen Mahlzeiten eingenommen haben.

Für uns beide geht nun ein tolles Erlebnis zu Ende. Ich denke, wir konnten den Kindern einige schöne Tage bereiten und nehmen uns fest vor, in Zukunft weiterhin aktiv zu sein, um in 1 – 2 Jahren eine ähnliche Aktion starten zu können. Wir bedanken uns auch bei Father Roy für die gute Organisation dieser Reise und auch bei all denen in unserer Pfarre, die bei der Realisierung dieses Vorhabens tatkräftig mitgeholfen haben. Ein herzliches Dankeschön!

Brigitte Strobl-Betas

 

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